Vorhaben: Be­schäf­ti­gungs­för­de­rung von jun­gen Frauen durch an­ge­wand­tes Gen­der Di­ver­si­ty Ma­nage­ment in Un­ter­neh­men in der ME­NA-Re­gi­on

Überblick

Kategorien
  • Themen: Wirtschaftliche Stärkung von Frauen
  • Wirtschaftliche Stärkung von Frauen: Beschäftigungsförderung
Länder
Ägypten, Jordanien, Marokko, Tunesien
Laufzeit
2015 bis 2022
Auftraggeber
  • Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

Ausgangssituation

Länder im Nahen Osten und in Nordafrika (MENA Region) weisen weltweit die geringste Beteiligung von Frauen am Wirtschaftsleben auf – nur etwa ein Fünftel aller Erwerbstätigen sind Frauen. Durchschnittlich sind bis zu 50 Prozent der jungen Akademikerinnen arbeitslos. Frauen ohne höhere Schulbildung arbeiten zwar häufiger, aber in der Regel in schlecht bezahlten und sozial unsicheren Positionen. In der Privatwirtschaft werden Frauen trotz passender Qualifikation bei der Bewerberauswahl seltener berücksichtigt. Traditionelle Rollenstereotype und Wertvorstellungen führen zudem zu einer geringen gesellschaftlichen Akzeptanz von Frauenerwerbstätigkeit. Oftmals eher konservative familiäre Rollenerwartungen verstärken die Doppelbelastung für berufstätige Frauen mit Blick auf zu erfüllende familiäre Pflichten und schränken ihre räumliche Mobilität erheblich ein.

Ziel

Die Beschäftigungschancen von Frauen in privatwirtschaftlichen Unternehmen in Ägypten, Jordanien, Marokko und Tunesien sind verbessert.

Vorgehensweise

Das Projekt fördert die wirtschaftliche Integration von Frauen durch die Professionalisierung von Gender Diversity Management (GDM): einer Personalpolitik zur Förderung der wirtschaftlichen Integration von Frauen und deren langfristige Bindung an die Unternehmen. In konkreten Projekten engagieren sich ausgewählte Unternehmen für ein familienfreundlicheres und sozialverträgliches Arbeitsumfeld für beide Geschlechter. Sichere Transportwege, Förderung von Karrierechancen auch für Frauen, Gleichbehandlung bei der Einstellung, Kitas sowie die Berufsorientierung von Schülerinnen und Studentinnen sind weitere Beispiele für Unternehmensprojekte. Innovation in der Personalpolitik wird konkret in ihrer Ausgestaltung  im regionalen und internationalen Austausch der HR-Expert*innen:  eine globale Plattform für den Wissensaustausch, der so genannte „Gender Diversity Circulator“ ermöglicht den dafür notwendigen direkten Kontakt zwischen Unternehmen aus der MENA-Region und Unternehmen aus Deutschland und Europa wie z.B. Siemens, Henkel, thyssenkrupp aber auch Mittelständler wie z.B. VAUDE. Das Projekt kooperiert eng mit Wirtschaftsverbänden, die ihre Mitgliedsunternehmen bei der Integration von Ansätzen von GDM in ihre Geschäftsabläufe unterstützen für eine bessere Integration von Frauen. In Zusammenarbeit mit Unternehmen in Jordanien, Ägypten, Tunesien und Marokko wird zunehmend das Potenzial digitaler Lösungen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen von Frauen und zur Erschließung von Beschäftigungsmöglichkeiten erkannt und gefördert.

Wirkung

Seit Januar 2015 haben über 100 Unternehmen an GDM-Veranstaltungen von Partnerverbänden teilgenommen. Mehr als 100 Unternehmen haben sich für die Berufsorientierung von Schülerinnen und Studentinnen eingesetzt. 34 Unternehmen haben Kooperationsverträge mit der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH abgeschlossen und setzen derzeit GDM-Projekte um. Es wurden bereits 150 Personalverantwortliche aus mehr als 40 Unternehmen zu GDM geschult. Insgesamt haben sich bislang die Arbeitsbedingungen von fast 35.000 Mitarbeitern - darunter über 12.000 Frauen – verbessert.