För­de­rung von Un­ter­neh­me­rin­nen

In fast allen Regionen weltweit ist die Zahl der Unternehmerinnen deutlich geringer als die Zahl der Unternehmer. Weltweit machen Frauen nur etwa ein Drittel aller Unternehmenseigentümer:innen aus.x

Im Durchschnitt sind von Frauen geführte Unternehmen kleiner als die von Männern und sie sind häufiger im informellen Sektor tätig.x Dies ist auf die ungleichen Bedingungen, Barrieren und existierenden sozialen Normen und Rollen zurückzuführen.

Ur­sa­chen und Aus­wir­kun­gen des Un­gleich­ge­wichts:

  • In vielen Ländern werden Frauen bei der Regelung von Besitz- und Eigentumsrechten benachteiligt, wodurch sie über weniger Unternehmenskapital verfügen.
    Fehlender Besitz und dadurch fehlende Sicherheiten erschweren zudem die Kreditbeschaffung für eine Finanzierung von Unternehmen erheblich.
  • So sehen sich von Frauen geführte kleine und mittlere Unternehmen einer enormen Finanzierungs- und Kreditlücke gegenüber, die nach Schätzungen der International Finance Corporation (IFC) über 300 Milliarden US-Dollar beträgt.x
  • Aufgrund fami­liärer Verpflichtungen und gesellschaftlicher Normen sind Frauen zudem in ihrer räumlichen Mobilität einge­schränkt und können nicht flexibel den Ort wechseln.
  • Auch aufgrund der Doppelbelastung durch häusliche Tätigkeiten und Kinderbetreuung sind Frauen häufig unternehmerisch eingeschränkt.x
  • Weiterhin haben Frauen seltener Kontakte zu unternehmerischen Netzwerken, in die Zulieferindustrie und zu Märkten.

Diese verschiedenen Diskriminierungen und Benachteiligungen verstärken einander häufig und verhindern das Wachstum von frauengeführten Unternehmen.

  • Frauen
  • Männer

Weltweit machen Frauen nur etwa ein Drittel aller Unternehmenseigentümer:innen aus.

Mög­lich­kei­ten zu Stär­kung von Un­ter­neh­me­rin­nen

In vielen Aspekten überschneidet sich die Förderung von Unternehmerinnen mit Maßnahmen der finanziellen Inklusion.

  • Eine Überschneidung besteht zum Beispiel hinsichtlich der Sicherstellung gleichberechtigter rechtlicher Rahmenbedingungen für den Zugang für Frauen zu (Grund-)Besitz.
  • Auch die Ausrichtung von Finanzierungsprodukten und -dienstleistungen an den Bedarfen von Frauen ist in beiden Bereichen relevant.
  • Zur Stärkung der unternehmerischen Tätigkeiten bedarf es zudem einer nach den Bedarfen von Unternehmerinnen ausgerichteten Förderung.

Eine solche Stärkung kann zum Beispiel aus der Vernetzung von Unternehmerinnen untereinander, gendersensiblen Gründungsförderungen, Trainings, Weiterbildungen, Beratungen oder im Zusammenschluss mehrerer Unternehmerinnen zu einer Kooperative bestehen.

Fakt: Unternehmerinnen stabilisieren die Volkswirtschaft - Volkswirtschaften, die einen hohen Anteil an Unternehmerinnentätigkeiten aufweisen, sind Finanzkrisen gegenüber robuster und erleben seltener Konjunkturabschwächungen.

Die Wo­men En­tre­pre­neurs Fi­nan­ce In­itia­ti­ve (We-Fi)

Im Rahmen der deutschen G20-Präsidentschaft 2017 wurde die Women Entrepreneurs Finance Initiative (We-Fi) gegründet. Der Multigeber-Fonds ist bei der Weltbank angesiedelt.
Deutschland ist mit 50 Mio. Euro der größte Geber.

Ziel ist die Unterstützung von Unternehmerinnen durch die Schaffung eines Zugangs zu Finanzprodukten und -dienstleistungen, Ausbau von Kapazitäten und Netzwerken sowie Möglichkeiten zur Anbindung an nationale und globale Märkte.

 

Fußnoten

  1. Quelle: GIZ (2016) Produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit für alle (öffnet neues Fenster)
  2. Quelle: World Bank Group (2019) Profiting from Parity: Unlocking the Potential of Women’s Business in Africa, p.36, 39
  3. Quelle: IFC (2017) Crafting a Future for Women Entrepreneurs
  4. Quelle: World Bank Group (2019) Profiting from Parity: Unlocking the Potential of Women’s Business in Africa