Ge­sund­heit­li­che Fol­gen von CO­VID-19 für Mäd­chen und Frauen

Die COVID-19 Pandemie und die Maßnahmen zur Einschränkung haben schwerwiegende Auswirkungen auf die Versorgung mit Gesundheitsdiensten – besonders in Ländern, in denen Gesundheitssysteme ohne schon schwach sind.

Frauen und Mädchen in all ihrer Diversität bekommen die Belastung der Gesundheitssysteme durch COVID-19 in besonderem Maße zu spüren. Gesundheitsdienste werden vielerorts nicht nur eingeschränkt, sondern aufgrund der Angst vor einer Ansteckung oder Ausgangssperren von vielen Menschen nicht in Anspruch genommen. Besonders häufig trifft dies die SRGR-Dienstleistungen und -produkte wie Kontrazeptiva und Hygieneprodukte für Frauen. Die selbstbestimmte Familienplanung wird durch die Pandemie massiv eingeschränkt.

Aus­wir­kun­gen von CO­VID-19 auf die Ge­sund­heit von Frauen:

  • Frauen machen 70% des Gesundheitspersonals aus, das einem dreifach höheren Infektionsrisiko ausgesetzt ist.x
  • Mehr als 47 Millionen Frauen in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen könnten in Folge eingeschränkter Gesundheitsdienstleistungen und -produkten den Zugang zu Methoden moderner Familienplanung verlieren, ein Großteil davon auf dem afrikanischen Kontinent. In der Folge könnte es in diesen Ländern 7 Millionen ungeplanten Schwangerschaften geben.x
  • Daten des Regionalbüros Afrika der WHO zufolge verringerte sich die Zahl der professionell betreuten Geburten deutlich, beispielsweise in Zimbabwe, wo die Anzahl der durchgeführten Kaiserschnitte zwischen Januar und April 2020 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 42% zurückging.x
  • Schulschließungen sorgten auch dafür, dass die umfassende Sexualaufklärung massiv eingeschränkt wird und die sexuelle und reproduktive Gesundheit besonders für Jugendliche gefährdet wird.

"Buil­ding Back Bet­ter"

Was kann ge­tan wer­den?

Angesichts der starken, geschlechtsspezifischen Auswirkungen der Pandemie ist es unerlässlich, in den Reaktionsplänen auf die COVID-19 Pandemie speziell auf die Erfahrungen und Bedürfnisse von Frauen einzugehen.

Sexuelle und reproduktive Gesundheitsdienste müssen in allen Ländern als "wesentliche Dienstleistungen" anerkannt und mit entsprechenden Ressourcen ausgestattet werden, um sicherzustellen, dass jede Schwangerschaft gewollt und jede Geburt sicher ist.

 

Fußnoten

  1. Quelle: International Labour Organization (2020): Women health workers: Working relentlessly in hospitals and at home.
  2. Quelle: UNFPA (2020): New UNFPA projections predict calamitous impact on women’s health as COVID-19 pandemic continues.
  3. Quelle: World Health Organization Regional Office for Africa (2020): WHO concerned over COVID-19 impact on women, girls in Africa.