Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit & Gleich­be­rech­ti­gung

Die Gleichberechtigung der Geschlechter ist heute in allen zentralen internationalen Prozessen, Verpflichtungen und Agenden (Agenda 2030, Addis Abeba Action Agenda, G7/G20, Europäischer Konsens zu Entwicklung) als explizites Ziel und handlungsleitendes Prinzip fest verankert. Trotz aller Fortschritte sind wir aktuell noch weit von der Erreichung der Gleichberechtigung der Geschlechter entfernt.  Geschlechtsspezifische Benachteiligungen, Diskriminierungen und Menschenrechtsverletzungen prägen insbesondere das Leben vieler Frauen und Mädchen weltweit. Dies begrenzt ihre gleichberechtigte Teilhabe sowie ihre Möglichkeiten zu einer nachhaltigen Entwicklung beizutragen. Ihr Potenzial bleibt ungenutzt.

Der Gender-Ansatz der deutschen Entwicklungspolitik stellt deshalb das Verhältnis zwischen den Geschlechtern in den Mittelpunkt: Nur wenn das Bewusstsein und Handeln von Männern, Frauen und Menschen mit weiteren Geschlechtsidentitäten verändert wird, lässt sich eine gerechtere Verteilung von Macht, Verantwortung und Ressourcen erreichen.

Der drei­glei­si­ge An­satz

  • 1.Gen­der Main­strea­m­ing

    Alle Geschlechter sollen gleichberechtigt an Entwicklungsprozessen teilhaben. Daher müssen ihre unterschiedlichen Lebenslagen und Interessen in allen entwicklungspolitischen Strategien, Programmen und Projekten berücksichtigt werden. Dieses Leitbild der Geschlechtergerechtigkeit bezeichnet man als Gender-Mainstreaming. Es umfasst alle Phasen eines entwicklungspolitischen Vorhabens, von der Planung über die Steuerung bis zur Umsetzung und Auswertung.

  • 2.Em­power­ment

    In den Kooperationsländern fördert das BMZ spezifische Vorhaben, die zu einer deutlichen Stärkung von Frauenrechten beitragen. Durch Bewusstseinsbildung auf allen gesellschaftlichen Ebenen sollen Frauen als Rechtsträgerinnen gestärkt und ihre Handlungsmöglichkeiten erweitert werden. Wichtige Instrumente für Empowerment - einem Zugewinn an Gestaltungsmacht - ist u.a. die gezielte Aus- und Weiterbildung von Mädchen und Frauen und die Einbeziehung von Männern und Jungen als wichtige Change Agents.

  • 3.Po­lit­dia­log und -be­ra­tung

    Das BMZ hat die Gleichberechtigung der Geschlechter auch im Politikdialog und in der Politikberatung verankert. So werden Gender-Fragen und Frauenrechte verstärkt in verschiedenen politischen Prozessen wie Regierungsverhandlungen und -konsultationen oder in politischen Dialogen zu Sachfragen und mit anderen Gebern berücksichtigt.

Dieser dreigleisige Ansatz ist im Konzept zur Gleichberechtigung der Geschlechter in der deutschen Entwicklungspolitik abgebildet. Ziel dieses Konzeptes ist es, die Benachteiligung von Frauen und Mädchen zu beenden, Geschlechterhierarchien abzubauen und einen Machtausgleich zu erreichen.

Dabei wird berücksichtigt, dass Frauen und Mädchen häufig mehrfach diskriminiert  werden – also nicht „nur“ wegen ihres Geschlechts, sondern zusätzlich auch wegen ihrer Religion, ethnischen Zugehörigkeit, Hautfarbe, sexuellen Orientierung, Behinderung oder ihres Alters Diskriminierungen und Einschränkungen erfahren. Diese Zusammenhänge müssen gesehen und berücksichtigt werden, wenn ein gesellschaftlicher Wandel angestoßen und gefördert werden soll.